Eine Unternehmensnachfolge gelingt nicht allein auf Grundlage von Verträgen und betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Entscheidend ist vielmehr, ob Übergeber- und Übernehmerseite zueinanderfinden. Wie dieser Dialog der Generationen gelingen kann, stand im Mittelpunkt einer Gesprächsrunde am 4. Dezember 2025 im Rahmen des Landesprojekts Unternehmensnachfolge.
Unter der Überschrift „Wer sind die Nachfolger im Handwerk – wie tickt die Generation der Übernehmer?“ richtete sich der Blick zunächst auf die anwesenden Betriebsinhaber selbst. Sie gehörten überwiegend der Generation 55+ an, geprägt von Wiedervereinigung, Aufbauarbeit und klaren Leistungsbildern. Viele von ihnen haben ihre Betriebe über Jahrzehnte hinweg erfolgreich geführt – insbesondere in Ostdeutschland mit seiner spezifischen Transformationsgeschichte nach 1990.
Um die Unterschiede zwischen den Generationen greifbar zu machen, wurden zentrale prägende Rahmenbedingungen beleuchtet. Dazu zählten unterschiedliche Bildungssysteme ebenso wie wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Großereignisse, die Wertehaltungen nachhaltig beeinflusst haben. Deutlich wurde dabei: Die heutige Generation potenzieller Betriebsnachfolger ist mit anderen Erfahrungen und Erwartungen aufgewachsen als die Generation der derzeitigen Inhaber.
Besonders sichtbar werden diese Unterschiede im Umgang mit dem technologischen Wandel. Während die Generation 55+ überwiegend in einer analogen Welt sozialisiert wurde, ist die jüngere Generation im digitalen Zeitalter groß geworden. Für die Unternehmensnachfolge im Handwerk bedeutet dies: Übergeber sind gefordert, Erwartungen offen anzusprechen, zuzuhören und die Perspektive potenzieller Nachfolger bewusst einzunehmen.
Die Gesprächsrunde machte deutlich: Eine gelingende Unternehmensnachfolge ist kein Generationenkonflikt, sondern ein Dialog auf Augenhöhe – und damit eine zentrale Zukunftsfrage für das Handwerk.