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Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger gilt oft als die größte Herausforderung bei der Unternehmensübergabe. Die Praxis zeigt jedoch, dass viele Übergaben bereits an ganz anderen Faktoren scheitern. Entscheidend ist häufig die Frage, ob ein Betrieb überhaupt übergabefähig ist.
Viele Betriebe stehen noch ohne Nachfolgeperspektive da.
Wie wichtig das Thema ist, zeigen die Erfahrungen aus dem Projekt „Unternehmensnachfolge“. Im Rahmen des Projekts wurden zahlreiche Sensibilisierungsgespräche mit Unternehmerinnen und Unternehmern 55+ in Ostbrandenburg geführt. Mehr als die Hälfte der sensibilisierten Handwerksbetriebe gibt an, derzeit noch keine Nachfolgeperspektive zu haben.
Nicht nur der Nachfolgemangel ist das Problem.
Warum Unternehmen aufgegeben werden, ist oft anders, als man vermuten würde. Von den Betrieben, die beabsichtigen, ihren Betrieb aufzugeben, entfällt der größte Anteil auf Solounternehmen sowie stark personengebundene Geschäftsmodelle. In diesen Betrieben sind Fachwissen, Kundenkontakte und Arbeitsabläufe häufig eng mit der Inhaberin oder dem Inhaber verbunden. Für potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger fehlt damit oft die Grundlage für eine wirtschaftlich attraktive Übernahme.
Hinzu kommen betriebliche Standortfaktoren. Bei rund jedem sechsten Fall spielt die Wohn- oder Betriebssituation eine entscheidende Rolle. Werkstätten oder Geschäftsräume befinden sich etwa auf dem Privatgrundstück oder sind eng mit den persönlichen Lebensverhältnissen der Unternehmerfamilie verknüpft. Auch dadurch kann eine spätere Übergabe erheblich erschwert werden.
Erst danach folgen die Ursachen, die gemeinhin vermutet werden. Fehlende Nachfolgerinnen und Nachfolger sowie wirtschaftliche oder finanzielle Gründe spielen dabei eine eher kleine Rolle. Auch gesundheits- und altersbedingte Ursachen sind nur selten ausschlaggebend.
Zusammengenommen geht die Mehrzahl aller beabsichtigten Betriebsaufgaben in den nächsten Jahren auf personengebundene Betriebsstrukturen oder standortbezogene Besonderheiten zurück. Die Ergebnisse zeigen damit deutlich, dass die größte Herausforderung häufig nicht nur darin besteht, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu finden, sondern einen Betrieb so aufzustellen, dass er überhaupt übernommen werden kann.
Der Weg zum übergabefähigen Unternehmen
Für Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber bedeutet das, sich frühzeitig mit der Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens auseinanderzusetzen. Dokumentierte Abläufe, eine klare Betriebsorganisation, übertragbare Kundenbeziehungen und eine möglichst geringe Abhängigkeit von einzelnen Personen erhöhen die Chancen auf eine erfolgreiche Übergabe erheblich.
Wer die Zeit sinnvoll nutzt, um den eigenen Betrieb schrittweise auf eine Nachfolge vorzubereiten, schafft wichtige Voraussetzungen für den Erhalt des Lebenswerks und sichert zugleich Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und handwerkliches Know-how in der Region. Die Unternehmensnachfolge beginnt deshalb nicht erst mit der Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger, sondern mit der rechtzeitigen Vorbereitung des Betriebs auf die Zukunft.
Genau hier setzt die Unterstützung der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg an, um Betriebe, Arbeitsplätze und bewährte handwerkliche Strukturen in der Region langfristig zu erhalten.